Upcycling-Abenteuer in der ersten Klasse

Wir hauchen alten Stehsammlern neues Leben ein

In der ersten Klasse wurde in einigen Unterrichtseinheiten geklebt, gemalt, gefaltet und gekritzelt. Denn wir hatten eine Mission: Alte, ausrangierte Stehsammler sollten nicht im Müll landen, sondern in etwas Buntes, Praktisches und absolut Einzigartiges verwandelt werden! Schon beim Start unseres Projekts waren alle Feuer und Flamme. „Upcycling ist ja wie Zauberei!“ Und ganz ehrlich - so falsch ist das gar nicht. Denn was wir aus diesen „alten Pappdingern“ gezaubert haben, kann sich wirklich sehen lassen. Zuerst wurden die Stehsammler gründlich inspiziert: Manche hatten Beulen, manche waren verstaubt, und manche sahen aus, als hätten sie schon eine Weltreise hinter sich. Also - perfekt für uns und unser Vorhaben. Hier bekommt alles eine Chance. Mit Farben, buntem Papier, Schere, Kleber und jeder Menge Fantasie wurden die alten Stehsammler in bunte Sammelboxen verwandelt. Das freute natürlich unseren “Mitbewohner” Bommel sehr, der als “Superheld” auf der neuen Sammelbox verewigt wurde. Das Beste an unseren neuen Helferlein? Sie sind nicht nur schön, sondern auch unglaublich praktisch! Endlich haben wir Platz für Zettel, die sonst irgendwo verschwinden, Stifte, die nie da sind, wenn man sie braucht, Hefte, die gern aus der Lade flüchten oder kleine Schätze, die unbedingt beschützt werden müssen. Und weil wir alles selbst gestaltet haben, achtet jetzt jeder ganz besonders darauf, dass sein „Werk“ gut behandelt wird. Ganz nebenbei haben wir gelernt, dass man aus alten Dingen echte Besonderheiten machen kann. Warum also wegwerfen, wenn man mit einfachen Mitteln etwas viel Schöneres herstellen kann. Upcycling in seiner schönsten Form - bunt, kreativ und mit viel Spaß verbunden! Aus ALT mach WOW - gut für uns und gut für die Umwelt!

Geschlechtergleichheit in unserem Schulalltag

Bei der intensiven Beschäftigung mit den 17 Global Goals bekam das Ziel der Geschlechtergleichheit besonders viel Raum. Wir wollten verstehen, was es bedeutet, dass alle die gleichen Chancen haben sollen - egal ob Mädchen oder Junge und wie es sich im eigenen Schulalltag anfühlt. Wir tauschten uns aus, was wir unter Gerechtigkeit verstehen und schnell war klar: ALLE möchten fair behandelt werden, beim Spielen, beim Lernen, bei Gruppenaufteilungen oder den Aufgaben im Klassenzimmer. Startpunkt für intensive Gespräche bildeten Fragen wie: “Warum sagen manche, dass Mädchen schlechter Fußball spielen?” “Warum sollen Jungs keine Armbänder basteln?” “Warum gibt es Spiele, die nur für Mädchen oder nur für Jungs sind?” 

Wir wollten dann für unseren Schulalltag formulieren, worauf wir künftig noch besser achten möchten und was uns besonders wichtig ist - das sind unsere TOP 5:

1. ALLE dürfen ALLES ausprobieren

Egal ob Sport, Basteln, Stricken, Technik, Programmieren oder Tanzen – niemand soll ausgeschlossen werden, weil eine Tätigkeit angeblich „typisch Mädchen“ oder „typisch Junge“ sei.

2. SPRACHE soll FAIR sein

Wir beschlossen, im Unterricht öfter auf unsere eigene Sprache zu achten: nicht „die Mädchen gegen die Jungen“, sondern gemischte Gruppen, keine Sprüche, die verletzen oder Rollen festlegen und keine abwertenden Aussagen wie „Das ist doch nichts für Jungs oder das ist doch nicht für Mädchen!“

3. AUFGABEN werden GERECHT verteilt

Beim Tafeldienst, Aufräumen oder dem Tragen schwerer Dinge achtet jede Klasse darauf, dass niemand automatisch bevorzugt oder benachteiligt wird. Alles passiert im Wechsel - unabhängig vom Geschlecht!

4. JEDE Meinung zählt

Besonders wichtig wurde uns dabei, dass alle in Gesprächen zu Wort kommen – unabhängig vom Geschlecht, aber auch vom Alter.

5. Ein SCHULKLIMA, in dem sich ALLE SICHER fühlen

Wir wünschen uns, dass wir uns ohne Angst vor Kommentaren so zeigen können, wie wir sind. In unserer Schule soll sich jede Persönlichkeit sicher und gesehen fühlen.

Schließlich haben wir aus unseren Wünschen und Formulierungen besondere Wortwolken erstellt als Kodex für unsere Schulgemeinschaft - verbindlich für alle! Jeder ist herzlich eingeladen, die Botschaften zu lesen und diese für sich zu reflektieren.

Wir sprachen auch über die Zukunft – darüber, wie die Welt aussehen soll, wenn wir einmal erwachsen sind und das haben wir dazu gemeinsam festgehalten:

1. Faire Chancen im Beruf

Wir finden es ungerecht, dass heute noch manche Berufe „Männerberufe“ oder „Frauenberufe“ heißen. Wir wünschen uns eine Zukunft, in der alle den Beruf wählen können, der ihnen gefällt.

2. Gleiche Bezahlung und gleiche Anerkennung

Schon die Jüngsten unter uns fanden klar: „Wenn zwei Leute die gleiche Arbeit machen, sollen sie auch das gleiche Geld bekommen.“

3. Respekt in allen Lebensbereichen

Es ist wichtig, dass Mädchen und Jungen sich gegenseitig respektieren – in Teams, in Freundschaften, in Familien und später einmal am Arbeitsplatz.

4. Freiheit, man selbst zu sein

Wir möchten eine Welt, in der sich niemand verstellen muss: Jungen und Mädchen dürfen sensibel sein, Mädchen und Jungen dürfen mutig und laut sein und jeder Mensch darf seinen eigenen Weg gehen.

5. Eine gerechtere Welt für alle

Wir erkannten, dass Geschlechtergleichheit ein grundsätzliches Gerechtigkeitsthema ist – und dass eine gerechtere Welt allen Menschen hilft, nicht nur Mädchen oder Jungen. Gleichberechtigung beginnt im Kleinen hier bei uns - auf dem Pausenhof, im Klassenzimmer, im täglichen Miteinander und in jedem Gespräch. Mit Fairness, Respekt, Offenheit und dem mutigen Ausprobieren neuer Rollen lernen wir gemeinsam eine Zukunft zu gestalten, in der alle Menschen die gleichen Chancen haben.

WORKSHOP: DAS ESS´ICH NOCH!

Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung

Am Donnerstag, den 13.11.2025, besuchten uns Verena und Sylvia von Young Caritas, um mit allen Kindern der Schule in zwei spannenden Unterrichtseinheiten der Frage nachzugehen: „Wie können wir unseren Speiseplan klimafreundlicher gestalten?“

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der jedes Kind sein Lieblingsessen nennen durfte, stellten die Schülerinnen und Schüler im Quiz „1, 2 oder 3?“ ihr Wissen unter Beweis. Viele Fragen rund um das Thema Essen konnten sie problemlos beantworten - aber auch ein paar knifflige Aufgaben waren dabei. 

Wusstest du zum Beispiel …

  • … welches Lebensmittel in Österreich mehr angebaut wird als wir verbrauchen können? Bananen, Zwiebeln oder Tomaten?

  • … oder wo am meisten Vitamin C drinsteckt? In Schokolade, Orangensaft oder roter Paprika? 

In einer anschließenden Gruppenarbeit gingen die Kinder verschiedenen Lebensmitteln und ihrem Herstellungsweg auf die Spur. Sie stellten fest, dass es - je nach Produkt - viel Arbeit, Zeit, Platz, Wasser und Geld braucht, bis ein Lebensmittel auf unserem Teller landet. 

Lebensmittelverschwendung – was bedeutet das eigentlich? – Diese Frage beschäftigte uns im Anschluss. Noch immer landet rund ein Viertel unserer Lebensmittel im Müll. In Gruppen sammelten die Kinder viele Ideen, wie wir dieser Entwicklung entgegenwirken können:

  • Nur kaufen, was man wirklich braucht - eine Einkaufsliste hilft!

  • Vorräte regelmäßig kontrollieren und rechtzeitig verbrauchen!

  • Lebensmittel vakuumieren, damit sie länger haltbar bleiben!

  • Obst und Gemüse reif ernten!

  • „Abgelaufene“ Lebensmittel prüfen und probieren – vieles ist länger haltbar, als man denkt!

  • Übriggebliebene Speisen aufwärmen oder einfrieren!

  • Überschüsse verschenken! (z.B. Brockenhaus - Kühlschrank)

  • Lebensmittel richtig lagern, damit sie länger frisch und haltbar sind!

Viele dieser Ideen und Inhalte knüpfen direkt an die Global Goals an, die uns im Laufe dieses Schuljahrs noch häufiger begegnen werden. Wir bedanken uns herzlich bei Sylvia und Verena für den informativen und spannenden Workshop! Vielleicht wurde die ein oder andere großartige Idee der Kinder bereits zuhause umgesetzt! 

FREI DAY Konferenz zu den 17 GLOBAL GOALS

Unsere Schule beschäftigt sich mit Beginn des Schuljahres 2025/2026 intensiv mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Global Goals) der Vereinten Nationen. Unser Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler für globale Herausforderungen wie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaften zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst aktiv zu werden.

Zu Beginn des mehrjährigen Prozesses wurden die 17 Global Goals im Herbst 2025 in allen Klassen altersgerecht vorgestellt. Die Kinder lernten, warum diese Ziele wichtig sind und wie sie unser tägliches Leben beeinflussen. Durch kreative Methoden wie Plakate, Spiele und kleine Experimente konnten die Themen greifbar gemacht werden.

Im Rahmen des Projekts soll stufenweise ein FREI DAY etabliert werden – ein fester Tag, an dem die Schülerinnen und Schüler selbstbestimmt an Projekten arbeiten dürfen, die einen Beitrag zu den Global Goals leisten. Der FREI DAY soll Raum für Eigeninitiative, Kreativität und Verantwortung bieten. Die Kinder entscheiden selbst, welche Themen sie vertiefen möchten, und entwickeln eigene Lösungsansätze.

Um die Ergebnisse sichtbar zu machen, organisieren wir eine FREI DAY Konferenz. Hier präsentieren die Kinder ihre Ideen und Projekte des jeweiligen FFREI DAYS vor ihren Mitschüler: innen und Lehrpersonen. Die Konferenz ist aber vor allem ein Ort des Austauschs. Die Kinder diskutierten miteinander, geben sich Tipps, sagen ihre Meinung und entwickelten neue Ideen für die Zukunft.

Die Beschäftigung mit den Global Goals und die Einführung des FREI DAY zeigen, wie wichtig es ist, Kindern Verantwortung zu übertragen und ihnen Raum für eigene Projekte zu geben. Unsere Schule ist stolz darauf, einen Beitrag zu einer nachhaltigen und gerechten Welt zu leisten – und die Begeisterung der Kinder zeigt, dass Lernen so nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Handeln ermöglicht.

Ein Ergebnis des ersten FREI DAY im Schuljahr war die Umsetzung der Idee, die 17 Nachhaltigkeitsziele in einfacherer Sprache und in unsere Muttersprache - also dem “Oachaberga” Dialekt - zu formulieren. Wir dürfen dir hier unsere “Oachaberga” Version präsentieren, auf die wir richtig stolz sind.